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PCB Prävention

Regelmäßiges Lüften

Es hat sich herausgestellt, dass die wirksamste kurzfristige Maßnahme ein regelmäßiges und ausgiebiges Lüften der belasteten Räume ist. So kann die PCB-Belastung erheblich reduziert werden. Dies spiegelt sich auch in den geringen Belastungen technisch belüfteter Räume wider.

Als besonders wirkungsvoll hat sich regelmäßiges Stoß- und Querlüften herausgestellt.

Die technische Regel für Arbeitsstätten 3.6 - Lüftung gibt folgende Empfehlung zur Stoßlüftung:

  • Unter Stoßlüftung wird der kurzzeitige (ca. 3 bis 10 min), intensive Luftaustausch zur Beseitigung von Lasten aus Arbeitsräumen verstanden.
  • Eine Stoßlüftung ist in regelmäßigen Abständen nach Bedarf durchzuführen. Als Anhaltswerte werden empfohlen:
    • Büroraum nach 60 min
    • Besprechungsraum nach 20 min
  • Die Mindestdauer der Stoßlüftung ist von der Temperaturdifferenz zwischen innen und außen und dem Wind abhängig. Es kann von folgenden Orientierungswerten ausgegangen werden:
    • Sommer: bis zu 10 min (unter Berücksichtigung der Außentemperatur)
    • Frühling/Herbst: 5 min
    • Winter: 3 min

Zudem sollte vor Beginn der Raumnutzung die Lüftungszeit ca. 15 min betragen.

Regelmäßiges Reinigen

Regelmäßige Reinigung verhindert, dass sich Stäube längerfristig anlagern. Besonders horizontale Flächen sollten daher wöchentlich gereinigt werden.

Vor Umzügen werden im Regelfall Akten, Bücher und Inventar durch ein Reinigungsunternehmen von Altstäuben befreit.

Biomonitoring

Für eine Bewertung der Gefährdung durch Aufenthalte in PCB-belasteten Räumen sind viele unterschiedliche Kriterien zu berücksichtigen. Neben Höhe der Raumluft-Belastung und Aufenthaltsdauer in den Räumlichkeiten spielen persönliche Faktoren wie Alter, Gewicht, Art der Tätigkeit aber auch physiologische Eigenschaften eine Rolle.

Die individuelle Belastungssituation kann durch PCB-Biomonitoring bestimmt werden.

Beim Human-Biomonitoring werden menschliche Körperflüssigkeiten und –gewebe untersucht, um ihre Belastung mit Schadstoffen, in diesem Fall PCB, zu bestimmen. Es wird die Konzentration der Kongenere PCB 28, 52, 101, 138, 153 und 180 im Blutplasma gemessen.

Die die Konzentration von im Blutplasma, besonders des PCB 28, 52 und 101, sehr gering ist und sich im Bereich von ng/l (1 Milliarde Nanogramm sind 1 Gramm), können nur wenige Labore eine zuverlässige Untersuchung durchführen. Es ist wichtig, dass Blutabnahme und Probenverarbeitung standardisiert erfolgen.

Die RUB hat das Institut für Arbeitsmedizin und Sozialmedizin der RWTH Aachen beauftragt, die Untersuchungen durchzuführen.

Die Blutproben müssen am Tag der Blutabnahme per Kurier nach Aachen gebracht werden. Das Labor in Aachen kann pro Woche nur eine bestimmte Menge Proben verarbeiten. Deshalb kann der Arbeitsmedizinische Dienst an der RUB nur an bestimmten Tagen und nach Terminvergabe die Blutabnahme für die Untersuchung anbieten.

Termine zur Blutabnahme können unter der Durchwahl -24400 beim Betriebsärtzlichen Dienst vereinbart werden.

Für die Bewertung der Ergebnisse sind einige Informationen erforderlich. Hierzu ist ein Formular auszufüllen, in dem u.a. einige persönliche Daten wie Name, Geburtsdatum, Bereich, Beschäftigungszeiten unter Angabe der jeweiligen Räume abgefragt werden.

Hinweise für besondere Personengruppen

Hinweise für Schwangere und Stillende

Eine fruchtschädigende Wirkung beim Menschen ist bislang nicht sicher nachgewiesen. Aufgrund der Ergebnisse aus Tierexperimenten muss jedoch angenommen werden, dass negative Auswirkungen auf das ungeborene Kind bestehen können. Auch eine Belastung von Säuglingen über die Muttermilch ist nicht auszuschließen.

Das Mutterschutzgesetz verbietet Schwangere und Stillende mit Arbeiten zu beschäftigen, bei denen sie schädlichen Auswirkungen durch gesundheitsgefährdende Stoffe ausgesetzt sind. Schädliche Auswirkungen können ausgeschlossen werden, wenn der Vorsorgewert von 300 ng PCB pro m3 Raumluft nicht überschritten wird.

Es werden deshalb alle Mitarbeiterinnen und Studentinnen gebeten, sich mit der Abteilung Arbeitssicherheit in Verbindung zu setzen sobald Kenntnis über eine Schwangerschaft vorliegt, um im Einzelfall die notwendigen Maßnahmen abzustimmen.

Besondere Personengruppen

Auswirkungen der langfristigen inhalativen Aufnahme von PCB auf die Gesundheit sind wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt. Aus Unfällen mit hochdosiertem PCB und Tierversuchen werden mögliche dosisabhängige Effekte auf Nervensystem, Immunsystem, Hormonhaushalt, Haut, Leber, Stoffwechsel und Krebsentwicklung vermutet.

Vorsorglich sollten sich daher Schwangere, chronisch Kranke, Immunsupprimierte aber auch Frauen mit Kinderwunsch an die PCB-Informationsstelle unter pcb@rub.de oder telefonisch an Dr. Martina Hartmann 0234/32-28784 wenden.

Zu diesem Personenkreis zählen auch Beschäftigte, die über lange Jahre in hochbelasteten Räumen tätig waren.

Für die Personengruppe der Frauen im gebärfähigen Alter gibt es Humanbiomonitoringwerte (HBM I und II) des Umweltbundesamtes. Wird der HBM I unterschritten, ist demnach eine gesundheitliche Beeinträchtigung ausgeschlossen.

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