Beauftragter für die Belange und Bedürfnisse der Studierenden mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen

„Behandle jeden anderen Menschen wie du selbst behandelt werden möchtest“

Harry
Baus

Harry Baus
Aufgaben
Beauftragter für die Belange und Bedürfnisse der Studierenden mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen
Adresse
SH
0/038
Universitätsstr. 150
44801
Bochum
Bildliche beispielhafte Darstellung des Begriffs Information.
Informationen für Studieninteressierte und Studierende mit Beeinträchtigungen

Aufgabenbereich des Beauftragten

Mit §62b des Hochschulgesetzes NRW erhält das Amt des Behindertenbeauftragten eine gesetzliche Grundlage. Danach bestellt jede Hochschule eine Person, die in besonderer Weise die Belange und Bedürfnisse der Studierenden mit Behinderung oder chronischer Erkrankung wahrnimmt. Sie soll darauf hinwirken, dass die geltenden Rechtsvorschriften bei der Planung und Organisation der Lehr- und Studienbedingungen, beim Nachteilsausgleich für Studien- und Prüfungsleistungen und bei der Zulassung zum Studium ausreichend beachtet werden.

Der Beauftragte ist auch Ansprechpartner für Studierende bei Beschwerden. Beanstandet er in diesem Kontext eine Maßnahme, hat dies aufschiebende Wirkung. Wenn keine Abhilfe geschaffen werden kann, ist das Rektorat zu beteiligen.

Das Rektorat, die Leitung von wissenschaftlichen Einrichtungen sowie von Betriebseinheiten und die Fakultätsleitungen sind dem Beauftragten gegenüber auskunftspflichtig und er kann gegenüber allen Gremien Empfehlungen und Stellungnahmen abgeben.

Links

Zur Person

Für das Akademische Förderungswerk (AKAFÖ) leite ich bereits seit vielen Jahren das Beratungszentrum zur Inklusion Behinderter (BZI) an der Ruhr-Universität Bochum. Ich berate behinderte Klientinnen und Klienten auf der Grundlage einer klientenzentrierten Orientierung im Rahmen des sogenannten „Peer Counseling“. Gerne übernehme ich auch das Amt des Behindertenbeauftragten für die Ruhr-Universität Bochum.

Seit Geburt an bin ich behindert; seit meinem 13. Lebensjahr auf einen Rollstuhl angewiesen. Meine Schulzeit verbrachte ich in einem Internat für Körperbehinderte. Nach dem Abitur studierte ich an den Universitäten in Gießen und Dortmund Sonderpädagogik und Diplompädagogik. Seit dieser Zeit ist Bochum mein Lebensmittelpunkt

Die ereignisreiche Zeit der sogenannten „Behindertenbewegung“ in Deutschland prägte sich auch durch mein Engagement für ein Mehr an Gleichstellung von uns Behinderten in der Gesellschaft. Umso mehr ist es mir heute auch ein Anliegen, die Inklusion Behinderter im Hochschulbereich zu etablieren und zu begleiten.

Bereits zur Schul- und Studienzeit galt mein Engagement der Verbesserung der Lebenssituation und der Unterstützung von schwerbehinderten Schülern und Studierenden. Es standen damals wie heute immer Bemühungen um die Lösung existentieller Probleme im Vordergrund meiner Tätigkeit. Hierzu zählen z.B. die Unterstützung bei der Organisation von Pflegekräften, die Unterbringung von rollstuhlfahrenden Behinderten in behindertengerechtem Wohnraum, die Beschaffung von Vorlesern und Vorleserinnen für Blinde und Sehbehinderte oder auch die Bemühung um einen Nachteilsausgleich bei Prüfungen.

Unser Schulsystem ermöglicht es heute jungen Menschen mit unterschiedlichster Behinderung, das Abitur zu erwerben. Dies bedeutet, dass sich die Hochschulen den Problemen dieser Studierendengruppe besonders annehmen müssen. Hierin besteht meine Aufgabe. Als Berater für behinderte Studierende – und als Rollstuhlfahrer – kenne ich die schwierige Situation, in der sich behinderte Schüler und Studierende befinden. Um an das gleiche Ziel wie Nichtbehinderte zu gelangen, müssen sie ungleich mehr leisten, höhere Hürden überwinden und sind immer noch latent einer Vielzahl von diskriminierenden Verhaltensweisen ausgesetzt.

Während der Planung und Organisation von schulischer Laufbahn, beruflicher Ausbildung oder Studium wird leider nur allzu deutlich, dass die individuellen Bedürfnisse von Menschen mit einem Handicap - zumindest außerhalb der Sondereinrichtungen - bislang weitgehend ignoriert werden oder jedenfalls noch keine hinreichende Beachtung finden. Persönliche Erfahrungen verdeutlichen, dass wir auch in Zeiten der Inklusion weiterhin gegen Diskriminierung und für Chancengleichheit kämpfen müssen. Außerdem kostet die Überwindung von Hürden innerhalb des Bildungssystems durch individuelle Lösungen Geld und den Einzelnen noch sehr viel Kraft und Zeit.

Wir stehen im Rahmen von Beratung, Informations- und Erfahrungsaustausch gerne persönlich zur Verfügung.

Nach oben