Der Begriff Intersektionalität leitet sich vom englischen intersection ab, und verweist auf die Metapher einer Straßenkreuzung.
Kimberly Crenshaw, die den Begriff Ende der 80er Jahren in den USA prägte, beschreibt damit metaphorisch das Risiko in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden, je nachdem wo eine Person an der Kreuzung positioniert ist. Die Straßen stehen hierfür für die einzelnen Diskriminierungskategorien, der Verkehr kommt aus unterschiedlichen Richtungen.
Befindet sich eine Person in der Mitte der Kreuzung, also an dem Punkt, wo zwei oder mehrere Diskriminierungskategorien zusammenkommen, ist das Risiko einer Verletzung der Person, hier also durch Diskriminierung, am höchsten: Für eine Schwarze Frau, die an einer „Kreuzung“ verletzt wird, könnte die Ursache sowohl sexistische als auch rassistische Diskriminierung sein.
Formen der Unterdrückung und Benachteiligung lassen sich also nicht einfach aneinanderreihen, sondern finden gleichzeitig statt und bekommen in ihren Verschränkungen und Wechselwirkungen Bedeutung. Es entstehen so spezifische mehrdimensionale Diskriminierungsformen, Diskriminierungserfahrungen und spezifische Konstellationen der Unterdrückung.